Antibiotika und Durchfall Ratgeber
Antibiotika und Durchfall
Antibiotika treten seit einigen Jahren immer häufiger als Auslöser für Darmerkrankungen und Durchfall in Erscheinung. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Diese antibakteriellen Wirkstoffe sind mit der Zeit immer leistungsfähiger und effektiver geworden. Vor allem Breitband Antibiotika, die ein großes Spektrum von verschiedenen bakteriellen Krankheitserregern bekämpfen, werden immer häufiger eingesetzt.
Antibiotika als Universalhelfer
Sinkende Preise für diese Hochleistungspräparate haben deren Einsatz weiter forciert, denn die Mediziner können ihren Patienten mit Antibiotika oft schnell und wirkungsvoll helfen.
Die Schattenseite dieses Erfolges sind jedoch häufiger werdende Beschwerden, insbesondere während oder nach einer oralen Therapie (Medikamente werden geschluckt) mit Antibiotika. Denn bevor die Wirkstoffe an ihrem "Einsatzort" ankommen, gelangen sie in den Verdauungstrakt. Erst wenn sie den Darm erreicht und die Darmwand passiert haben, können sie über den Blutkreislauf zum Infektionsherd gelangen.
Antibiotika und deren Wirkungsweise
Fatalerweise entfalten die Antibiotika ihre Wirkung aber oft schon im Darm, was die nützlichen Mikroorganismen der Darmflora erheblich schädigen kann. Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Durchfall sind eine häufige Folge, aber auch gefährlichere Darminfektionen können nach oralen Antibiotika Therapien verstärkt auftreten.
Durchfall durch Antibiotika
Rund 25 Prozent aller Antibiotika-assoziierten Durchfälle sind heute auf Clostridium Difficile zurückzuführen. Abhilfe schaffen nach einer Labordiagnostik hoch spezialisierte Medikamente wie Metronidazol oder Vancomycin.
Treten Durchfall Beschwerden im Rahmen einer Antibiotika Therapie auf, wird empfohlen einen Arzt aufzusuchen.
Clostridium difficile - Ein Erreger macht Karriere
Bei Durchfallbeschwerden aufgrund einer Antibiotika Therapie nimmt das Stäbchenbakterium Clostridium Difficile eine unrühmliche Sonderstellung ein. Erstmals sorgte es im Jahr 2002 in Kanada für aufsehen: Ein nahezu gleichzeitiger Ausbruch des Erregers an 30 Kliniken in Quebec löste eine Infektionswelle bei Patienten und Mitarbeitern aus. Von hier aus startete Clostridium Difficile seine "globale Karriere": Infektionen mit dieser gefährlichen Clostridium-Variante wurden bald in den USA, später auch in Großbritannien, Irland und den Beneluxstaaten nachgewiesen – kurz darauf auch in Deutschland. Einige der Bakterienstämme sind mittlerweise stark mutiert und setzen mehr als die zwanzigfache Menge von Giftstoffen frei, die vor allem die Darmwand schädigen.
Weiterführende Informationen
- Ernährungstipps: Durchfall vermeiden bei Antibiotika Therapie, medizinauskunft.de
- Durchfall Ratgeber: Clostridium difficile, medizin.de

